Die Geschichte der Aloe Vera Pflanze

Die Geschichte einer Heilpflanze

Die Wirksamkeit von Heilpflanzen ist durch Jahrtausende der Menschheitsgeschichte hindurch belegt. Dennoch drängte die moderne Medi­zin viele altbewährte Heilmittel in den Hintergrund. Und tatsächlich lassen sich die Erfolge der chemischen Pharmazie bei lebensbedrohlichen Krankheiten nicht leugnen. Doch nicht immer muss es eines der modernen Präparate sein, wenn Sie sich schlecht fühlen. Oft sind Sie ebenso gut beraten, sich der Pflanzen­heilkunde anzuvertrauen.

Auch die verschiedenen Aloe-Arten gerieten im Laufe der Jahrhunderte immer mehr in Vergessenheit, obwohl bereits die alten Ägypter um ihre unvergleichliche Heilkraft wussten. Doch seit einigen Jahren erinnern sich wieder immer mehr Heilpraktiker und Ärzte an die Stärke der »Wüstenlilie«, die sich sowohl äußer­lich anwenden lässt (zum Beispiel bei Hauterkrankungen) als auch innerlich, etwa um das Immunsystem gegen Pilze, Bakterien und Viren zu stärken.

Vielfältige Pflanzenwelt

Mehr als 300 Aloe-Arten gibt es weltweit; überall, wo die klimatischen Bedin­gungen günstig sind – die Sonne nicht zu stark brennt, die Luftfeuchtigkeit hoch ist und kein Frost droht -, ist die Pflanze heimisch. Da die verschiedenen Arten oft unterschiedlich bezeichnet werden, kann es leicht zu Verwechslungen kom­men. So werden beispielsweise in »Hagers Handbuch der Pharmazeutischen Praxis« unter zahlreichen Aloe-Arten die »Aloe barbadensis Miller« oder »Aloe barbadensis L. « aufgeführt, die heute auch unter der Bezeichnung: »Aloe vera« -die »wahre Aloe« – oder »Aloe vera Linne« bekannt ist. Mehrere botanische Bezeichnungen also für ein und dieselbe Pflanze. Und genau von dieser »wahren Aloe« soll auf dieser Website überwiegend die Rede sein.

Eine Pflanze mit mystischen Kräften

Das Wesen der Aloe vera Pflanze als »große Heilerin« spiegelt sich bereits in den Eigen­schaften ihres Blattes: Abwehr und Heilung. Die Stacheln am Blattrand und die bitter schmeckenden Anthranoide im Blattinneren wehren pflanzenfressende Tiere ab. Wird das Blatt selbst verletzt, verschließt sich die Wunde durch das darin enthaltene Gel innerhalb kürzester Zeit. Nach einem ähnlichen Prinzip dient die Pflanze auch dem Menschen: Sie heilt Wunden und stärkt die körper­eigenen Abwehrkräfte. Wegen ihrer nahezu mystischen Kräfte wird die Aloe in den archaischen Kulturen als heilbringende Pflanze bis heute verehrt, da sie über Leiden und Wohlergehen entscheiden kann. Die Indianer Nordamerikas sollen die Aloe aus diesem Grund auch »Zauber des Himmels« genannt haben. Das Einsatzgebiet der Aloe vera ist vielseitig: Bei Verletzungen und Verbrennungen dient sie als erstklassiges Erste-Hilfe-Mittel. Äußerlich angewandt hilft sie darüber hinaus bei Insektenstichen, Hautkrankheiten oder Entzündungen im Mundraum ebenso wie sie Haut und Haare pflegt und so dazu beiträgt, Ihre jugendliche Schönheit zu erhalten.

Nehmen Sie die Aloe als Saft innerlich ein, stärken Sie nicht nur Ihr Immun System, sondern können gegen vielerlei körperliche Unpässlichkeiten angehen. Als Nahrungsergänzung beugt Aloe-vera-Saft zudem Mangelerscheinungen vor -etwa bei unausgewogener Ernährung, einseitiger nervlicher oder körperlicher Belastung oder bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme.

Eine Reise durch die Zeit

Die Spuren der Aloe lassen sich bis weit in die sumerische und ägyptische Kul­tur zurückverfolgen: In Sumer wurden Tontafeln mit Heilanleitungen aus dem dritten Jahrtausend v. Chr. gefunden, in Ägypten lassen sich Abbildungen der Aloe auf Tempel- und Grabwänden erkennen. Im so genannten Eberschen Papyrus – einem ägyptischen Heilbuch, dessen Entstehung auf etwa 3500 v. Chr. datiert wird – finden sich pharmazeutische Rezepturen für Salben mit Aloe.

Von der Antike bis heute

Glaubt man den Legenden und Mythen, soll bereits Alexander der Große (356-323 v. Chr.) – während einer Schlacht einst selbst durch die Heilkraft der Aloe genesen – auf seinen Feldzügen Aloe vera Pflanzen mitgeführt haben, um die Wunden seiner verletzten Soldaten versorgen zu können. Dank des heilenden Aloe-Gels erholten sich die Krieger schnell wieder, weshalb Ale­xander stets einen gewissen Vorteil gegenüber seinen Gegnern hatte. In der arabischen Welt hängte man die »Lilie der Wüste« als Glücksbringer und zur Abwehr böser Geister mit der Wurzel nach oben über die Haustür. Durch Trocknen gewann man zudem aus dem gelblichen Pflanzensaft der Blattrinde den gelben Bitterstoff Aloin. Das abführende Pulver wurde auch exportiert. Es gibt Zeugnisse, dass im sechsten Jahrhundert v. Chr. die Aloe auch in Persien als Abführmittel bekannt war. Möglicherweise fällt in diese Zeit die Verbreitung der Pflanze bis nach Indien, wo sie Einzug in die ayurvedische Medizin hielt.

Im frühen Christentum war die Aloe vera Pflanze ebenfalls bereits bekannt. So lässt sich bei Johannes 19, 39-40 nachlesen, dass sich Nikodemus mit einer Mischung aus Myrrhe und Aloe der Grabkammer Jesu näherte. Auch im griechisch-römischen Kulturkreis kannte man die Aloe. Der römische Schriftsteller Plinius d. Ä. (23-79 n. Chr.) erwähnt in seiner »Historia naturalis« die Aloe als Heilpflanze. Der griechische Arzt Dioskorides ordnet in seinem fünfbändigen Werk »De Materia Medica« (etwa 75 n. Chr.), in dem er rund 800 Krankheiten aufführt, der Aloe neben ihrer abführenden Wirkung noch weitere Eigenschaften zu: Sie soll Blut zum Gerinnen bringen, den Wundheilungspro­zess beschleunigen und gegen Haarausfall helfen. Darüber hinaus hätte sie sich bei der Behandlung von Hämorrhoiden, Gelenk- und Kopfschmerzen bestens bewährt. Das Buch des Dioskorides enthält zudem auch die älteste erhaltene Zeichnung der Aloe.

September 6, 2010 · admin · One Comment
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  1. Geschichten von der Aloe vera Pflanze | Aloe-vera - Februar 17, 2011

    [...] müssen durch die Nahrung zugeführt werden. Dazu ge­hört die Aminosäure Lysin, die in der Aloe vera in hoher Konzentration enthalten ist, aber auch Arginin und Methionin. In alphabetischer [...]