Die verschiedenen Produkte aus der Aloe Vera Pflanze

Nach den USA hat die Aloe vera Pflanze auch in Deutschland Einzug in die Lebens­mittel-, Nahrungsergänzungsmittel- und Kosmetikindustrie gehalten. Aller­dings handelt es sich bei den angebotenen Waren keineswegs immer um hoch­wertige oder gar reine Aloe-vera-Produkte. Nicht selten soll allein der Name der Heilpflanze zur Absatz- und Umsatzsteigerung herhalten – auch wenn die Aloe objektiv betrachtet nur einen minimalen Prozentsatz des eigentlichen Produkts ausmacht und ihre Wirksamkeit durch Herstellungsverfahren und Konservierung stark beeinträchtigt wenn nicht gar ganz zerstört wurde. Inzwischen gibt es sogar Joghurts mit Aloe-vera-Gel-Stückchen. Geschmack­lich bringen diese keine große Veränderung, und ob sie nach Verarbeitung und Haltbarmachung des Milchprodukts noch die Vitalstoffe der Aloe enthal­ten, darf zu Recht bezweifelt werden.

Aloe vera Gel

Das Aloe-vera-Gel ist im pharmazeu­tischen Sinn kein Gel, sondern eine gelartige Substanz, bei der der kon­servierte Saft um das 10- bis 40fache eingedickt wurde und aufgrund des hohen Gehalts an Heteropolysacchariden und seiner physikalischen Eigen­schaften als »Gel« bezeichnet wird. Aloe-vera-Gel wird nur äußerlich auf der Haut angewendet, zum Beispiel bei Hauterkrankungen wie Akne oder Neurodermitis, bei Verletzungen, Brandwunden, Sonnenbrand und Insektenstichen. Auch in der Kosme­tik wird vom Gel Gebrauch gemacht. Einige US-Firmen nennen den Aloe-Saft zur inneren Einnahme »Gel«.

Aloe-vera-Saft

Aloe -vera-Saft gibt es in verschiedenen Abfüllungen: von 250-Milliliter-Flaschen bis zu direkt aus den USA importierten Gallonen (rund vier Liter). Aussehen, Konsistenz und Geschmack variieren je nach Anbau, Verarbeitung und Halt­barmachung der Aloe vera stark. Einige Hersteller mischen den Aloe-Saft mit Fruchtaromen oder Fruchtsäften, andere Säfte werden aus Konzentrat herge­stellt, wobei das Verhältnis von Aloe vera zu Wasser 1:9 beträgt. So genannte Aloe-vera-Fertigdrinks enthalten nur einen geringen Anteil an Aloe vera und sind eigentlich Fruchtsäfte, denen Aloe allein aus geschmacklichen Gründen oder zur besseren Absatzsteigerung beigemengt wurde. Ein ernst zu nehmendes Nahrungsergänzungsmittel sind solche »Säfte« nicht.

Öle mit Aloe vera

Die Aloe vera Pflanze selbst enthält kein Öl, weshalb Sie ihr bei der äußeren Anwendung zur Hautpflege ein Öl als Trägersubstanz zugeben müssen, um die Wirkstoffe in die Haut zu transportieren. Dazu zerdrücken Sie die Pflanzenteile mit einer Gabel in Basisöl – zum Beispiel Jojoba-, Sesam- oder Klettensamenöl – und erhalten ein so genanntes Mazerat. Dieses ist sofort anwendbar und sollte stets frisch zube­reitet werden. Im Handel befindliche Aloe-vera-Öle sind meist mit Duft- und Konservierungsstoffen angereichert, weshalb ein kritischer Blick auf das Etikett zu empfehlen ist.

Aloe-Tinktur

Für die Aloe-vera-Tinktur wird das Gel mit 70-prozentigem Alkohol im Verhältnis 1:10 gemischt. Die Tinktur dient der desinfizierenden Mundpflege oder der Hautberuhigung nach der Rasur. Doch Vorsicht: Wenn Sie empfindliche oder wunde Haut haben, ist von der Verwendung aufgrund des hohen Alkoholgehalts abzuraten. Lagern Sie angebrochene Saftflaschen ohne Konservierungsstoffe im Kühl­schrank und verbrauchen Sie sie inner­halb von zwei Wochen. Aloe-vera-Säfte, denen Konservierungsstoffe beigemischt wurden, sind im geöffneten Zustand bis zu einem halben Jahr haltbar.

Aloe-Pflegecremes für Gesicht, Körper und Füße

Für Cremes wird das Aloe-vera-Gel mit Fetten, Emulgatoren und Duftstoffen vermischt. Dass es sich dabei nicht selten um synthetische Duftstoffe handelt, davon zeugt der häufig eher unnatürliche Geruch. Nicht jedem Anbieter gelingt es, eine angenehme Creme mit Aloe vera anzumischen. Manchmal ziehen die Cremes nicht gut in die Haut ein oder fühlen sich seifig, fast klebrig an, so dass nach der Anwendung ein Spannungsgefühl auf der Haut bleibt.

Gesichtslotion

Im Vergleich zu Gesichtscremes und Körpermilch enthält die Gesichtsmilch in der Regel den geringsten Fettanteil.

Körperlotionen

Eine Körpermilch ist weniger fetthaltig als eine Creme, aber fetthaltiger als eine Gesichtslotion. Denn das Gesicht ist das talgreichste Areal des Körpers. Ein Tipp: Wenn Sie die Körperlotion auf behaarte Körperstellen auftragen, empfiehlt es sich, sie mit Gesichts­lotion zu mischen.

Gesichtsmasken und Anti-­Falten-Ampullen mit Aloe vera

Bei der Spezialpflege für das Gesicht ist es besonders wichtig, auf hoch­wertige Produkte zu achten, die einen hohen Aloe-vera-Anteil gewährleis­ten. Als Basis sollte nicht Wasser, son­dern stets Aloe-vera-Saft dienen. Denn dieser kann sehr viel schneller in die Haut eindringen als Wasser und sie daher rascher mit Feuchtig­keit versorgen.

Aloe-Sonnenschutzprodukte

Gerade wenn Sie im Süden Urlaub machen, wird die Haut oft unbedacht stundenlang starker und ständiger Sonnenbestrahlung ausgesetzt. Da braucht es neben einer Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor auch ein pflegendes After-Sun-Produkt. Packen Sie daher ein gutes Aloe-vera-Gel und einen hochwertigen Sonnen­schutz aus Aloe vera ein. Ein Plus: Die natürlichen Aloe-vera-Produkte sind weitaus ergiebiger als herkömm­liche Sonnenkosmetik, schützen länger und sind zudem wasserabweisend. Darüber hinaus leisten Sie mit natür­lichem Sonnenschutz einen wesent­lichen Beitrag zum Umweltschutz.

Aloe-Mundwasser und -Zahnpasta

Aloe-vera-Mundwasser kann im akuten Notfall Zahnfleischentzündungen zum Abschwellen bringen und wirkt darüber hinaus desinfizierend bei Infektionen der Mundschleimhaut. Als tägliche Pflege schützt Aloe-Zahnpasta den Mund vor Entzündungen und Infektionen.

Aloe vera-Shampoo, -Haarspülung und -Packung

Wegen der ursprünglich gelartigen und klebrigen Konsistenz der Aloe vera müssen Shampoo und ähnlichen Produkten seifen- und schaumbildende Sub­stanzen zugesetzt werden, die überwiegend synthetischen Ursprungs sind. Wie wirksam die Inhaltsstoffe der Aloe vera in Haarprodukten sind, hängt daher -wie bei allen Kosmetikerzeugnissen – wesentlich von den Zusatzstoffen und der Herstellungsweise ab.

Aloe-vera-Spray

Unterschiedliche Hersteller bieten ein Aloe-Spray an, das bei Verletzungen und Verbrennungen schmerzlindernd wirken soll. Es eignet sich auch, um Haustie­re zu verarzten (etwa bei Biss- und Kratzwunden), und hilft bei stumpfem Fell.

Aloe-Kapseln

Aloe-vera-Kapseln werden durch Wasserentzug mittels Trocknungsverfahren hergestellt und enthalten nur noch einen Bruchteil der Wirkstoffe. Die Einnahme ist nicht empfehlenswert. Eine Ausnahme bilden Kapseln, bei denen die Blattfilets im Ganzen gefriergetrocknet wurden und die keine Zusatzstoffe enthalten.

Homöopathische Aloe-Zubereitung und Injektionslösung

Für medizinische Anwendungen gibt es Aloe als homöopathische Potenz sowie für den Einsatz mit biogen stimulierter Aloe auch in Form von Injektionslösungen. Es handelt sich dabei um Präparate der Aloe capensis.

Aloe-vera-Frischblatt

Das Frischblatt ist Ausgangsstoff für selbst gemachte Kosmetik und die innerliche und äußerliche Selbstanwendung. Es gibt – je nach Bodenbeschaffenheit, Son­neneinwirkung und Anbauweise – große Qualitätsunterschiede, was sich im Gewicht der Blätter ebenso widerspiegelt wie in der Feuchtigkeit, der Konsistenz und dem Nährstoffgehalt ihres Gels. Den Unterschied können Sie spüren und riechen: Blätter, die aus einer Monokulturplantage stammen, sind flacher, breiter und härter, weil ihr Gelanteil geringer ist. Sie riechen außerdem leicht harzig, im Gegensatz zu Blättern einer Aloe, die in Mischkultur gewachsen ist: Diese fühlen sich prall und elastisch an. Künstlich gedüngte Blätter der Aloe vera Pflanze können zwar auch üppig aussehen, doch das liegt überwiegend an Wassereinlage­rungen, nicht am Vitalstoffgehalt. Empfehlenswert sind daher Blätter aus kontrolliert biologischem Anbau. Sie vertragen weder extreme Hitze noch Kälte und dürfen nicht in Plastik, sondern nur in Küchenkrepp gewickelt werden.

Januar 19, 2011 · admin · One Comment
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