Vorkommen und Anbau der Aloe Vera Pflanze

Als wild wachsende Pflanze gedeiht die Aloe heute in Ostafrika – vor allem Uganda – und Südafrika, in den Mittelmeerländern, Israel und der Türkei, auf den Kanarischen Inseln, Madeira und den Kapverden, in den arabischen und kaukasischen Ländern, in Süd- und Mittelamerika, auf den Karibischen Inseln, in den südlichen Regionen der USA (Kalifornien, Texas, Arizona und Florida), auf Tahiti, den kleinen Antillen, in Indien und auf Sri Lanka, in Südchina und Australien. In den meisten dieser Länder wird die Aloe vera Pflanze für den Export auch auf Plantagen angebaut. Gerade für afrikanische und andere Entwicklungsländer eröffnen sich dadurch interessante Handelsperspektiven, denn der Absatz von Aloe boomt. Allerdings ist die Qualität hinsichtlich des Nährstoffgehalts der Aloeblätter, bedingt durch Bodenbeschaffenheit und Sonneneinwirkung, je nach Anbauland sehr unterschiedlich.

Deshalb ist es für die Qualität und Quantität der Inhaltsstoffe eines Aloe-vera-Produkts und damit seine gesund­heitsfördernde Wirkung von großer Bedeutung, woher die Pflanze stammt, wie sie kultiviert und verarbeitet wird. So sind Pflanzen aus Mischkulturen denjenigen vorzuziehen, die in einer Monokultur gezogen wurden. Bei Mischkulturen in Mittelamerika bei­spielsweise werden die Aloe vera Pflanzen noch heute wie bei den alten Maya zusammen mit Schatten spendenden Mango-, Papaya- und Zitronenbäu­men sowie Bohnen angebaut. Auch auf dem spanischen Festland wächst die Aloe vera in Mischkultur, und der Boden wird durch Beikräuter ernährt. Dies ist von großer Bedeutung für den Austausch mit anderen Organis­men (zum Beispiel Regenwürmern, die den Erdboden auflockern).

Bei Monokulturen kann es dagegen wegen der fehlenden förderlichen Mikro­organismen zu Schädlingsbefall kommen, selbst wenn der Boden mit Beikräutern gedüngt wird. Das wiederum erfordert den Einsatz von Insektiziden. Eine künstliche Düngung führt außerdem dazu, dass sich in den Blättern der Aloe vera ver­mehrt Wasser einlagert, ohne dass gleichzeitig die Menge der kostbaren Inhalts­stoffe zunimmt. So sieht die Pflanze auf den ersten Blick zwar gesund aus, ist aber nährstoffärmer. Das Gel kann zudem seine schleimige Konsistenz verlieren und stattdessen pappig werden. Mit Pestiziden und Kunstdüngern behandelte Pflanzen können außerdem Allergien auslösen, die Leber schädigen und zu giftigen Ab­lagerungen im Gewebe führen, die ein gesundheitliches Risiko darstellen.

Die Aloe vera Pflanze wächst recht schnell. Bereits nach fünf Jahren ist sie ausgewachsen. Dann sind auch die in ihr enthaltenen Wirkstoffe voll ausgereift, und die Ernte kann beginnen. Werden die Blätter dagegen schon vorher geschnitten, haben sie ihr Potenzial noch nicht erreicht, weshalb aus ihnen nur ein qualitativ min­derwertigeres Aloe-vera-Produkt hergestellt werden kann. 10 bis 15 Jahre wird eine Aloe vera Pflanze alt. In dieser Zeit können die Blätter bis zu 3-mal im Jahr geerntet werden – insgesamt also bis zu 30-mal. Man erntet nie die ganze Pflanze, sondern schneidet dicht am Stamm aus der untersten Blattreihe drei bis vier, maximal sieben Blätter ab. Mindestens zwölf der etwa zwanzig Blätter müssen am Stamm zurück bleiben. Insgesamt werden für die Herstellung von einem Kilo Gel oder einem Liter Saft sechs bis zehn Blätter benötigt. Jedes davon muss ausgereift und etwa 50 Zenti­meter lang, 5 Zentimeter dick sowie 500 Gramm schwer sein und darf weder durch Frost noch durch Hitze geschädigt sein.

September 8, 2010 · admin · Comments Closed
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